Aktuelle Ausgabe

Nr. 370 Juni/Juin, ORION 3/2012
70. Jahrgang/année
ISSN 0030-557-X

Verpassen Sie die Ausgabe 3/12 nicht. Sie widmet sich dem letzten für uns sichtbaren Venusdurchgang am 6. Juni 2012!

Hauptbeiträge:

Aktuelles am Himmel Letzter Venusdurchgang für 105 Jahre!
Im Vorfeld des Venustransits 2004 konnte man schreiben, dass noch kein damals lebender Mensch dieses Ereignis gesehen hat. Und jetzt sind wir bereits die letzten Zeugen, vorausgesetzt der Sonnenaufgang am 6. Juni 2012 ist klar. Während knapp anderthalb Stunden lässt sich dann die «Miniatur-Sonnenfinsternis» in ihrer Endphase beobachten. Wer sie verpasst, hat Pech, denn der nächste Venusdurchgang vor der Sonne spielt sich erst am 11. Dezember 2117 über dem Pazifik, in Europa sogar erst am 8. Dezember 2125 ab!

Beobachtungen Abnehmender Mond bedeckt Jupiter
Ein relativ seltenes Himmelsereignis erwartet uns am frühen Sonntagmorgen, 15. Juli 2012. Zwischen 03:36 Uhr und 04:14 Uhr MESZ schieb sich die abnehmende Mondsichel vor den Planeten Jupiter. Bei klarer Sicht ist die Bedeckung bereits mit blossem Auge, noch besser aber mittels Feldstecher oder Teleskop zu verfolgen.

Geschichte Das historische Abenteuer «Venustransit»
Es gibt nur spärliche und vor allem spekulative Hinweise, ob vor 1639 je ein Venusdurchgang beobachtet wurde, obwohl Johannes Kepler im Jahre 1627 auf seinen Rudolfinischen Tafeln Planetenpositionen mit einer für die damalige Zeit noch nie erreichter Genauigkeit rechnete und auch den Merkurdurchgang am 7. November 1631 und den im selben Jahr am 6. Dezember stattfindenden Venustransit voraussagte. Die Idee mittels der Sonnenparallaxe das Sonnensystem zu vermessen, nahm der berühmte Astronom Edmond Halley auf, als er am 7. November 1677 einen Merkurdurchgang dokumentierte. Nicht weniger als 200 Astronomen aus ganz Europa, organisiert in verschiedenen Expeditionsteams, folgten Halleys Appell und schwirrten 1761 in alle Welt aus.

Nachgedacht - nachgefragt Wie kann man mit dem Venustransit Distanzen messen?
Edmond Halleys Idee der Sonnenparallaxe wollen wir rechnerisch nachvollziehen. Von zwei auf der Erde weit auseinander liegenden Beobachtungspunkten zieht Venus eine geringfügig andere Sehne über die Sonnenscheibe. Misst man die genauen Kontaktzeiten – was früher nicht einfach war – lassen sich die Sehnen berechnen und mittels trigonometrischer Peilung die Distanz Erde-Sonne bestimmen.

Weitere Beiträge:

Editorial Wie vergänglich die Zeit doch ist
Aus den Sektionen 2004 schaute Europa gebannt zur Sonne
Aus den Sektionen Das war die «Lange Nacht der Planeten»
Astronomie für Einsteiger Die Monde des Sonnensystems
Technik, Tipps & Tricks Sichere Sonnenbeobchtung
Aktuell am Himmel Merkur während eines Monats sichtbar
Aktuell am Himmel Saturn und Mars in den Abendstunden
Fotogalerie Venus-Jupiter-Konjunktion im März 2012
Ausflugsziel Voyage aux pays des grands observatoires

Und das lesen Sie in der nächsten Ausgabe: ORION reist in die USA und präsentiert die schönsten Bilder der Sonnenfinsternis und des Venustransits. Weiter werfen wir einen Blick auf die aufstrebende chinesische Weltraumfahrt, über die im Westen wenig bekannt ist. Früh aufstehen heisst es im August, wer die beiden inneren Planeten vor Sonnenaufgang sehen will.

Die Juni-Nummer wird rechtzeitig Ende Mai 2012 versandt.